Ausgangslage
Sophie de Tournay (fiktiv) ist in diesem Szenario die 3. Generation einer Westschweizer Unternehmerfamilie mit schweizerisch-französischen Wurzeln, seit Jahrzehnten in Cologny ansässig. Mitte 30 hat sie rund zehn Jahre in London im Impact-Investing gearbeitet und kehrt – unter anderem wegen geänderter steuerlicher Rahmenbedingungen im Vereinigten Königreich – in die Schweiz zurück.
Auslöser im Szenario: der Erbgang nach dem Grossvater — Sophie erbt die Familienvilla in Cologny (illustrative Grössenordnung ca. CHF 20–25 Mio.), ein Chalet in Verbier (ca. CHF 7–9 Mio.) sowie ein Wertschriftenportfolio. Sie ist verheiratet und plant, mit ihrer Familie in Cologny zu leben.
Typischer Ablauf in diesem Szenario (4 Phasen)
Phase 1: Standortbestimmung (Monat 1–2)
- Gemeinsame Gespräche mit Sophie, dem Grossvater bzw. der Familie und dem bestehenden Familienberater
- Erhebung des energetischen Zustands der Liegenschaften (z. B. GEAK) – in diesem Szenario mit deutlichem Modernisierungsbedarf bei Villa und Chalet
- Klärung der Prioritäten von Sophie: ökologische Qualität, Werterhalt, Transparenz, Familienleben
- Abstimmung, wie ein schrittweiser Generationenübergang über mehrere Jahre aussehen könnte
Phase 2: Entscheidungen zu den Liegenschaften (Monat 3–5)
- Villa Cologny: In diesem Szenario würde die Villa als Hauptwohnsitz behalten (familiäre Verankerung) und energetisch modernisiert
- Chalet Verbier: Ein diskreter Verkauf ohne öffentliche Ausschreibung könnte geprüft werden, da die emotionale Bindung gering ist
- Suche nach passenden Käuferinnen und Käufern, auch ausserhalb öffentlicher Inserate; Preis nur als illustrative Grössenordnung ca. CHF 7–9 Mio.
- Ein möglicher Verkaufserlös könnte für eine wertekonforme Neuausrichtung reserviert werden
Phase 3: Energetische Modernisierung Cologny (Monat 5–18)
- Beizug eines auf Genfer Architektur der Jahre 1900–1930 spezialisierten Architekturbüros
- Die Baubewilligung (Erhalt geschützter Fassaden, freiere Innengestaltung) wäre vorab mit der Gemeinde und der zuständigen kantonalen Behörde zu klären
- Mögliche Massnahmen: Dämmung, Dreifachverglasung, dezent integrierte Solarpaneele, Gebäudeautomation, kontrollierte Wohnraumlüftung
- Illustratives Budget ca. CHF 4–5 Mio. (Struktur, Technik, Ausbau/Garten)
- Typische Bauzeit ca. 12 Monate (illustrativ)
- Eine Minergie-A-Zertifizierung könnte angestrebt werden – abhängig von Projekt und Prüfung
Phase 4: Vermögensplanung und Family Governance (Monat 12–18)
- Ein freigesetzter Erlös könnte – nach Absprache mit den Finanzberatern der Familie – in nachhaltige Anlagen fliessen
- Mögliche Anpassung der Family Governance: Sophie übernimmt schrittweise Mitverantwortung bei Entscheidungen
- Der Grossvater bzw. die ältere Generation behält in diesem Szenario eine beratende Rolle
- Bankbeziehung und Anlagestruktur würden mit einer Privatbank nach Wahl der Familie geklärt
- Steuerliche Fragen (Wohnsitz, Erträge) wären durch Fachpersonen zu prüfen, ggf. mit Vorabklärung bei der Genfer Steuerverwaltung – keine Steuer- oder Rechtsberatung
Mögliches Ergebnis im Szenario (illustrativ)
Energetische Modernisierung
- Deutlich verbesserte Energieeffizienz der Villa, z. B. Richtung Minergie-A (je nach Projekt)
- Spürbar tieferer Energieverbrauch und tiefere Betriebskosten (Höhe abhängig von Massnahmen)
- Gebäudeautomation für Monitoring und Steuerung bei Abwesenheit
- Erhalt der geschützten Fassaden im Rahmen der Bewilligung
- Mögliche positive Wirkung auf den Werterhalt – keine Wertgarantie
Neu ausgerichtetes Vermögen
- Villa Cologny als modernisierter Hauptwohnsitz
- Chalet Verbier gegebenenfalls diskret veräussert (illustrative Grössenordnung ca. CHF 7–9 Mio.)
- Teil des Erlöses für nachhaltige Anlagen nach Sophies Werten
- Übriges Familienvermögen weiterhin bei der Vermögensverwaltung der Familie
Family Governance
- Sophie: wachsende Mitverantwortung, z. B. bei nachhaltigen Anlagen
- Ältere Generation: beratende Rolle mit regelmässigem Austausch
- Mehrjähriger Übergang bis zur vollständigen Übergabe der Verantwortung
Lebensqualität und Identität
- Die Villa in Cologny als familiärer Anker für die nächste Generation
- Modernisierung im Einklang mit Sophies persönlichen Werten
- Erhalt des baukulturellen Erbes für kommende Generationen
- Sophie könnte ihre berufliche Tätigkeit in Genf fortsetzen
Was das Szenario zeigt
1. Generationenübergänge brauchen Jahre, nicht Monate. Abrupte Übergaben können Familienkonflikte auslösen. Ein strukturierter Austausch ist meist erst der Beginn eines mehrjährigen Prozesses.
2. Energetische Modernisierung wird für Erbinnen und Erben oft zentral. Nicht modernisierte Liegenschaften können künftig an Attraktivität verlieren; eine sorgfältige Modernisierung kann zum Werterhalt beitragen und zu den Werten der nächsten Generation passen.
3. Der selektive Verkauf von Objekten ohne emotionale Bindung kann Kapital für eine Neuausrichtung freisetzen. Im Szenario hat das Chalet in Verbier für Sophie wenig persönlichen Wert; ein Verkauf könnte Mittel für Anlagen nach ihren Werten freisetzen.
4. Diskretion kann bei Verkäufen aus Erbschaften wichtig sein. Für Familien, die Öffentlichkeit vermeiden möchten, kann ein Verkauf ohne öffentliche Ausschreibung sinnvoll sein – ob und zu welchem Preis ein Verkauf zustande kommt, hängt vom Einzelfall ab.