Ratgeber

GEAK und Minergie: So beeinflusst Energieeffizienz den Immobilienwert

19. April 2026 · 9 Min. Lesezeit · Beherzig Realty

Energieeffizienz ist zum entscheidenden Wertfaktor für Schweizer Immobilien geworden. Studien zeigen: Gebäude mit GEAK-Klasse A oder B erzielen 5-8% höhere Preise als vergleichbare Objekte mit schlechter Energiebilanz. Und der Trend beschleunigt sich.

Was ist der GEAK?

Der Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) ist das offizielle Schweizer Bewertungssystem für die Energieeffizienz von Gebäuden. Er bewertet auf einer Skala von A (sehr effizient) bis G (sehr ineffizient) zwei Dimensionen:

In mehreren Kantonen ist der GEAK beim Verkauf bereits obligatorisch — Trend steigend. Der GEAK Plus beinhaltet zusätzlich konkrete Sanierungsvorschläge mit Kosten-Nutzen-Analyse.

Minergie, Minergie-P, Minergie-A: Die Unterschiede

Standard Anforderung Heizwärmebedarf Preisaufschlag
Minergie Komfortlüftung, gute Dämmung max. 38 kWh/m² +3-5%
Minergie-P Passivhaus-Standard max. 30 kWh/m² +5-8%
Minergie-A Nullenergie (Eigenproduktion) 0 kWh/m² (netto) +8-12%
Minergie-ECO Zusätzlich: gesundes Bauen, graue Energie je nach Basis +2-4% zusätzlich

Auswirkung auf den Immobilienwert

Die Preisunterschiede sind messbar und steigen jährlich:

Praxis-Beispiel: Eine Villa in Küsnacht (Baujahr 1985, GEAK E) wurde nach energetischer Sanierung auf GEAK B aufgewertet. Investition: CHF 180'000. Wertsteigerung laut Schätzung: CHF 250'000-350'000.

Kantonale Förderprogramme

Jeder Kanton bietet eigene Förderprogramme für energetische Sanierungen. Die wichtigsten:

Wichtig: Förderanträge müssen vor Baubeginn eingereicht werden. Nachträgliche Anträge werden abgelehnt.

Wann lohnt sich eine energetische Sanierung?

Sanierung lohnt sich bei:

Sanierung ist fraglich bei:

Steuerliche Vorteile von Sanierungen

Energetische Sanierungskosten sind in allen Kantonen steuerlich abzugsfähig — als werterhaltende Investitionen:

→ Mehr dazu: 8 Strategien zum Steuern sparen

Checkliste: Energieeffizienz beim Immobilienkauf

  1. GEAK-Ausweis verlangen (oder erstellen lassen, CHF 500-1'500)
  2. Heizungstyp und Alter prüfen
  3. Jährliche Energiekosten der letzten 3 Jahre anfordern
  4. Dämmstandard erfragen (Baujahr, Renovationen)
  5. Fördermittel-Potenzial abklären (vor Vertragsunterzeichnung)
  6. Sanierungskosten in Kaufpreisverhandlung einbeziehen

Bewertung mit Energieanalyse

Wir berücksichtigen den energetischen Zustand bei jeder Immobilienbewertung. Leistungsumfang und allfällige Vergütung werden individuell schriftlich vereinbart.

Bewertung anfragen

Stand April 2026. Alle Angaben unverbindlich. Förderbeiträge ändern sich jährlich — aktuelle Beträge auf energiefranken.ch prüfen.